Sühnestein Gingst
Sühnestein Gingst – Zeugnis mittelalterlichen Faustrechts auf Rügen
Der Sühnestein Gingst ist ein bemerkenswertes Relikt des Mittelalters, das sich nahe der äußeren Chorwand der Sankt-Jacob-Kirche im Ort Gingst auf der Insel Rügen befindet. Ursprünglich als sogenannte Mordwange errichtet, erinnert der Stein an die Ermordung des Pfarrers Laurentius Krintze im Jahr 1554. Er ist damit ein stilles, aber eindrucksvolles Zeugnis des damals auf Rügen und in der gesamten Ostseeregion herrschenden Faustrechts, dem viele Menschen zum Opfer fielen.
Vom Gedenkstein zum Grabstein – Geschichte der Rügener Mordwange
Anfang des 18. Jahrhunderts wurde die Stele in Gingst zum Grabstein umgewidmet und erhielt damit eine neue Funktion, ohne ihre historische Bedeutung zu verlieren. Zusammen mit zwei weiteren Sühnesteinen von der Insel Rügen in Mecklenburg-Vorpommern gehört das Objekt zu einer kleinen, seltenen Gruppe vergleichbarer Denkmäler, die das mittelalterliche Rechtswesen auf einzigartige Weise dokumentieren.
Anreise zum Sühnestein in Gingst auf Rügen
Der nächstgelegene Bahnhof ist Teschenhagen, rund 10,5 km entfernt, gefolgt von Bergen auf Rügen (ca. 11 km) und Samtens (ca. 11,5 km). Mit dem Auto ist Gingst über die Autobahnauffahrt Samtens (ca. 10,7 km) gut erreichbar. Wer mit der Fähre anreist, kann den Fähranleger Schaprode nutzen, der etwa 8,8 km von Gingst entfernt liegt.