Das "Verräterhaus" bei Groß Stresow
Dorfstraße
18581 Groß Stresow
Das Verräterhaus bei Groß Stresow – Geschichte des Nordischen Krieges auf Rügen
Das „Verräterhaus" in Groß Stresow auf der Insel Rügen in Mecklenburg-Vorpommern ist ein ungewöhnliches Stück Lokalgeschichte. Der Name geht auf eine Überlieferung aus dem frühen 18. Jahrhundert zurück: Bei der Seeanlandung der vereinigten preußisch-dänischen Streitkräfte soll der Dorfbewohner Johan Meußling vom Dach seines Hauses mit einem Bettlaken der Flotte König Friedrich Wilhelms I. den Weg durch den Rügischen Bodden gewiesen haben. Die Schweden wurden daraufhin – wenn auch nur vorübergehend – von Rügen vertrieben, und Meußlings Haus erhielt fortan den Beinamen „Verräterhaus".
Museum im rügentypischen Fachwerkhaus mit Rohrdach
Das originale Gebäude wurde vor rund 30 Jahren abgerissen. An seiner Stelle steht heute ein rügentypischer Neubau im Fachwerkstil mit Rohrdach und ausgemauerten Wänden aus Ziegelsteinen, die Dorfbewohner selbst geworben haben. In diesem authentischen Rahmen präsentieren die Stresower ihre Ortsgeschichte in einer eigenen Ausstellung. Vor dem Museum steht zudem die Statue Friedrich Wilhelms I., die ursprünglich 1855 auf einer 15 Meter hohen Preußensäule auf einer Anhöhe in Stresow errichtet wurde. Nach der Demontage 1991 wegen Einsturzgefahr wurde die Säule erst 2014 wieder aufgestellt.
Anreise nach Groß Stresow auf Rügen
Der nächste Bahnhof ist Seelvitz in rund 1,7 km Entfernung, gefolgt von Serams (ca. 2,7 km). Mit dem Auto erreicht man Groß Stresow über die Autobahnauffahrt Samtens (ca. 17 km). Wer mit der Fähre anreist, nutzt am besten den nahegelegenen Fährhafen in rund 4,9 km Entfernung.