Schildmühle Schildfeld
An der Schildmühle 4
19260 Schildfeld
Schildmühle Schildfeld – Wassermühle mit Geschichte seit 1545
Die Schildmühle Schildfeld zählt zu den bemerkenswerten technischen Baudenkmälern im südlichen Mecklenburg-Vorpommern. Wer durch den kleinen Ort Schildfeld fährt, kommt unweigerlich an der markanten Backsteinmühle vorbei. Bereits 1545 wurde an dieser Stelle eine Mühle im Amtsregister von Boizenburg urkundlich erwähnt. Sie nutzte die Wasserkraft der Schilde, einem kleinen Bach, der sich durch die hügelige Landschaft schlängelt – fernab der bekannten Ostseeküste, aber nicht weniger eindrucksvoll.
Der Neubau von 1890 und die Familie Tabel
Seit 1721 war die Mühle samt Gehöft im Besitz der Familie Tabel. Im Jahr 1890 ließ Friedrich Tabel die heutige Mühle aus roten Backsteinen errichten – seine Initialen und das Baujahr sind noch immer am linksseitigen Giebel zu lesen. Das Triebwasser wurde fortan durch einen eigens angelegten Mühlengraben geleitet, das Wasserrad durch einen Turbinenantrieb ersetzt. Ein erhaltener Restteil des einstigen Sägewerks sowie die Ausschleifungen des 90 Meter langen Drahtseiltriebs zeugen noch heute von der früheren Betriebsamkeit des Areals.
Sanierung und Stromerzeugung ab 1991
Nach der Wende begann 1991 die aufwendige Sanierung des stark beschädigten Gebäudes. Hofflächen wurden geräumt, der verfallene Mühlengraben wiederhergestellt. Am 1. Mai 1999 nahm die neue Mühlentechnik ihren Betrieb auf: Eine Klappenlaufturbine und ein 50-kW-Generator erzeugen seitdem Strom für rund 60 Haushalte – ein lebendiges Beispiel für die Verbindung von Industriegeschichte und erneuerbarer Energie in Mecklenburg-Vorpommern.
Anreise zur Schildmühle Schildfeld
Mit dem Auto erreicht man Schildfeld am bequemsten über die Autobahn-Auffahrt Zarrentin (ca. 7,7 km). Der nächste Bahnhof befindet sich in Brahlstorf (ca. 9,2 km), größere Bahnverbindungen bestehen in Boizenburg/Elbe (ca. 12,5 km). Eine besonders reizvolle Anreiseoption bietet die Elbfähre ab Bleckede (ca. 19,3 km).