Großsteingrab Semlow
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Großsteingrab Semlow

Die Großsteingrabanlage in Semlow ist ein Grossdolmen mit trapezförmigem Hünenbett. Derartige Anlagen wurden in der mittleren Jungsteinzeit (2500 - 2000 v.u.Z.) errichtet. Bei ihrer Nutzung geht man von 500 bis 700 Jahre aus. Bei dieser Anlage handelt es sich um einen stark zerstörten Großdolmen in einem trapezförmigen Hünenbett. Von der Kammer sind keine Decksteine mehr vorhanden. Der in der Kammer liegende Steinblock lässt sich nicht mehr zuordnen. Von Marlow kommend durchfährt man den Ort Semlow. Am Abzweig zum Gutshaus fährt man geradeaus noch 380 Meter weiter, bis direkt hinter den letzten Häusern der rechten Seite links ein Weg zu einer Kleingartenanlage abzweigt. Diesem folgt man dann 150 Meter bis zu der Anlage, die sich auf der rechten Seite befindet. Vor Ort befindet sich auch eine Informationstafel. Position: 54°10'54.21" N, 12°39'00.69" O

Großsteingrab Semlow – ein jungsteinzeitlicher Großdolmen

Das Großsteingrab Semlow zählt zu den archäologischen Zeugnissen der mittleren Jungsteinzeit in Mecklenburg-Vorpommern. Die Anlage ist ein Großdolmen mit trapezförmigem Hünenbett und wurde vermutlich zwischen 2500 und 2000 v. u. Z. errichtet. Derartige Megalithanlagen dienten über einen Zeitraum von schätzungsweise 500 bis 700 Jahren als Grabstätten.

Erhaltungszustand des Großdolmens in Semlow

Die Anlage ist heute stark zerstört. Von der ursprünglichen Grabkammer sind keine Decksteine mehr erhalten. Ein in der Kammer liegender Steinblock lässt sich keiner ursprünglichen Funktion mehr zuordnen. Trotz des fragmentarischen Zustands vermittelt das Großsteingrab einen eindrucksvollen Eindruck von der Bestattungskultur der jungsteinzeitlichen Bevölkerung in der südlichen Ostseeregion, unweit von Stralsund und dem Fischland-Darß-Zingst.

Wegbeschreibung zum Großsteingrab bei Semlow

Von Marlow kommend fährt man durch den Ort Semlow geradeaus. Am Abzweig zum Gutshaus weiter geradeaus, etwa 380 Meter bis hinter die letzten Häuser auf der rechten Seite. Dort zweigt links ein Weg zu einer Kleingartenanlage ab. Nach rund 150 Metern befindet sich das Großsteingrab auf der rechten Seite. Eine Informationstafel vor Ort liefert weitere Hintergründe.

Anreise zum Großsteingrab Semlow

Der nächste Bahnhof ist Altenwillershagen (ca. 10 km). Mit dem Auto erreicht man Semlow über die Autobahn-Auffahrt Tribsees (ca. 13 km). Eine Anreise über die nahe gelegene Stadt Ribnitz-Damgarten ist ebenfalls gut möglich – der dortige Bahnhof Ribnitz-Damgarten Ost liegt rund 13 km entfernt.

Weitere Sehenswürdigkeiten in Semlow

Kapelle Semlow

Kapelle Semlow

📍 Semlow

Die Kapelle Semlow ist eine aus dem 19. Jahrhundert stammende Kapelle auf dem Friedhof der vorpommerschen Gemeinde Semlow. Im Jahr 1878 wurde auf dem Kirchenacker am Dorfausgang in Richtung Schlemmin der neue Friedhof in Semlow eingeweiht. Hier ließ Ulrich Graf Behr-Negendank auf einem eigens dafür erworbenen Morgen Land eine neue Kapelle errichten, die als Erbbegräbnisstätte der Familie und für die Trauergottesdienste der ganzen Gemeinde genutzt werden sollte. Als Vorlage dafür diente ihm das Mausoleum des Erzherzogs Johann von Österreich in Schönna bei Meran, das er auf einer Italienreise besucht hatte. Es entstand so 1880/81 unter Leitung des Berliner Architekten Walter ein für unsere Region einmaliger in Gestaltung und Ausführung sehr aufwendiger neugotischer Bau, in dessen Oberraum fortan die Trauerfeiern der Gemeinde stattfanden und in dessen Krypta darunter die Särge der gräflichen Familie aufgestellt wurden. Bedeutenstes Einrichtungsstück war ein gotischer geschnitzter Marienkrönungsaltar, der in einer Nische der Nordwand seinen Platz fand. Nach dem Krieg fiel der Morgen Land mit der Kapelle unter die Bodenreform und gehörte so dem Bauernhilfskommitee, von dem die Kirchengemeinde sie 1947 gegen Ackerland eintauschte. Bis in die sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts hinein fanden Trauerfeiern und Gottesdienste statt, dann wurde sie wegen ihrer Bauschäden, aus Materialmangel und politischem Desinteresse dem Verfall und dem Vandalismus preisgegeben. Die Särge wurden mit Hilfe der LPG neben und unter der Kapelle beigesetzt, der wertvolle Altar wurde ausgelagert und ist heute als Leihgabe der Kirchengemeinde Semlow in der Marienkirche in Stralsund zu bewundern.

Feldsteinkirche Semlow

Feldsteinkirche Semlow

📍 Semlow

Die Dorfkirche Semlow ist eine aus dem Anfang des 13. Jahrhunderts stammende Dorfkirche in der vorpommerschen Gemeinde Semlow und gehört zu den ältesten Feldsteinkirchen im unteren Recknitztal. In unserer Gegend fasste die Kirche nach 1170 Fuß, als Heinrich der Löwe die hier lebenden Slawen unterwarf. Etwa zwanzig Jahre später wurde mit dem Bau der romanischen Feldsteinkirche in Semlow begonnen. Vollendet wurde sie um 1220, wohl nachdem politische Ereignisse im Zusammenhang mit der Einwanderung deutscher Siedler die Arbeiten unterbrochen hatten. An der Westseite des Turmes ist ein großer Inschriftstein eingelassen, der auf die Erneuerung der Kirche im 19. Jahrhundert durch den Grafen Behr-Negendank hinweist. Im Turm befinden sich drei Glocken (von 1611, 1447 und aus dem Ende des 14. Jahrhundert) und ein voll funktionierendes Uhrwerk von 1856. Von der reichen Innenausstattung der Kirche fällt zuerst die vollständige Ausmalung (1860) ins Auge, die das Hauptwerk des Lübecker Malers C. J. Milde ist. Die Bilder im spätnazarenischen Stil sind in eine romanisierende Architekturmalerei eingebunden und zeigen an den Wänden unten Szenen aus dem Alten Testament und darüber Erzengel, im Triumphbogen Propheten und an der Decke Darstellungen des Jüngsten Gerichts mit Christus als Weltenrichter in der Mitte. Ebenfalls von Milde sind die Brustbilder von Kirchenvätern, Missionaren und Reformatoren an der Orgelempore. Die Grüneberg-Orgel wurde 1913 erbaut und 1999 wiederhergestellt. Der älteste Ausstattungsgegenstand ist das gotische Triumphkreuz aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Gut einhundert Jahre jünger ist die Kanzel, deren Schalldeckel eine Mosefigur krönt und um deren Korb reliefartige biblische Bilder zu Tod und Auferstehung Jesu zu sehen sind. Der Besucher fühlt sich hier wohl und kann mehr und mehr einen wunderschönen Bau besichtigen.