Brunnenaue in Sagard
Brunnenaue in Sagard – Rügens historischer Gesundbrunnen
Ein kleines Wäldchen bei Sagard auf Rügen trägt noch heute den Namen Brunnenaue und erinnert an eine bemerkenswerte Episode der Inselgeschichte. Pastor Heinrich Christoph von Willich eröffnete hier 1795 den ersten Kurort Rügens – und machte Sagard damit zum Vorreiter des Badebetriebs an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns, lange bevor andere Orte der Region diese Tradition aufgriffen.
Parkanlage mit Quellen, Badehaus und Vergnügungen
Das Gelände rund um mehrere natürliche Quellen war als malerische Parkanlage angelegt. Spazierwege führten entlang eines Bachs mit kleinen Wasserfällen, vorbei an Lauben und Sitzmöglichkeiten. Ein Badehaus bot warme und kalte Bäder für medizinische Therapien, während Spieltische, ein Karussell, Schaukeln, Wippen und eine Kegelbahn für Unterhaltung sorgten. Musik und Tanzveranstaltungen gehörten ebenfalls zum Programm. Zwischen 1794 und 1806 weilten sommers Hunderte Gäste zur Heilbehandlung und Erholung in Sagard.
Was heute noch geblieben ist
Vom einstigen Kurbetrieb, der bis etwa 1830 andauerte, ist nur wenig erhalten. Der Flurname „Brunnenaue" und das Wäldchen mit seinem sich hindurchschlängelnden Bach vermitteln noch eine vage Ahnung dieser kurzen, lebhaften Ära. Ein stiller, aber geschichtsträchtiger Ort auf der Insel Rügen.
Anreise zur Brunnenaue in Sagard
Sagard ist mit der Bahn bequem erreichbar – der Bahnhof Sagard liegt nur etwa 0,9 km entfernt. Alternativ ist der Bahnhof Lancken rund 3,6 km entfernt, der Bahnhof Sassnitz Fährhafen etwa 5,3 km. Wer mit der Fähre anreist, etwa über den Fährhafen Sassnitz, ist ebenfalls in kurzer Zeit vor Ort. Mit dem Bus hält die Linie an der Haltestelle Sagard Schulstraße, knapp 0,5 km von der Brunnenaue entfernt.